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Echter „Harzer“ : per Hand

 Der echte Harzkäse wurde mit der Hand hergestellt. Saure Milch wurde in einen Durchschlag gegossen. Dabei musste sie eine bestimmte Temperatur haben. Die Molke (Wesch) lief ab, die feste Substanz wurde mit Salz und Kümmel gewürzt. Dann nahm man die Masse in die Hand und formte sie. Die Käse kamen auf ein Brett zum Trocknen, dann in den Steintopf, der mit einem Tuch zugedeckt wurde. In der Stube an einem bestimmten Platz mussten die Käse gar werden. Oft wurde die oberer Schicht schon abgeschnitten, wenn sie erst begann, kraus zu werden. Käse und Butter wurden oft verkauft, damit wieder Brot und Kleidung gekauft werden konnten. Nicht umsonst nannte man die Königshofer ( ab 1936 Königshütte) die „Botterköppe“.

 (Johanna Karries, Königshütte)

Danken tun es ihm die Kunden, die seine Harzer Roller

in ganz verschiedener Beschaffenheit bevorzugen:

"ganz witt un kreumelig, oder scheene dorrich

un utenanderlopen".

 

 Piffchen

 Kartoffelbreirest, Muskatnuss, Zimt, etwas Mehl, 1 Ei, Semmelkrumen, Margarine.

 

Man gibt den Kartoffelbrei auf ein Brett, reibt Muskatnuss darüber und gemahlenen Zimt, 1 Ei und knetet mit Mehl durch, bis der Teig sich formen lässt. Den Teig wie einen kleinen Brotlaib formen und Stücken abschneiden. Diese Stücke werden mit Semmelmehl paniert und in Margarine goldbraun gebacken. Dann werden sie mit Zucker bestreut. Dazu isst man Apfelmus, Apfelschnitten oder geschmorte Kirschen.

 

Und ab und zu Ziegenbutter

Der raue Harz und seine Umgebung prägten früher die Sitten und Essgewohnheiten seiner arbeitsamen, genügsamen Bewohner. Wer zu Winter ein Schwein schlachten konnte, ein paar Hühner und Kaninchen sein eigen nannte, vielleicht gar eine Ziege im Stall hatte, der wurde schon als sehr wohlhabend angesehen. Er hatte dann Fleisch, Speck, Schmalz, Wurst, Eier, Milch und ab und zu ein Stückchen Ziegenbutter. Pilze und Beeren bereicherten den Speisezettel. Das Gärtchen hinter dem Haus lieferte Obst, Gemüse, Kartoffeln.

Dies alles musste aber sehr lange reichen, und da die Hausfrau meist eine große Kinderschar am Tisch sitzen hatte, musste sie schon sehr geschickt wirtschaften können, um ihre Familie satt zu bekommen. Zum Frühjahr wurden die Vorräte meistens sehr knapp und die Kochrezepte notgedrungen sehr einfach.

(Jutta Wagner, Wernigerode)

 

 Hackusstippe

 400 gr Hackepeter, Speck, Zwiebel, Mehl, Margarine, Kümmel, Salz, Pfeffer.

 Margarine im Topf zergehen lassen, kleingewürfelte Zwiebeln und fein gewürfelten Speck hinzugeben und goldbraun anrösten. Gewürzten Hackepeter zerpflücken und hinzufügen, unter ständigem Rühren. Mehl hinzufügen - klumpenfrei verrühren.  Auffüllen mit Wasser (oder aber Instant-Fleischbrühe)  Reichlich Kümmel hinzufügen und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. Leicht köcheln lassen.

 Zur Geschmacksverbesserung kann man Creme Fraiche dazu geben.

Mit Salzkartoffeln servieren. Dazu Saure Gurken oder grünen Salat.

 

  

    



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